Martha Sommerfeld

Guten Morgen

Frohlockend schickt ein neuer Morgen
ein zartes Licht gegen des Tages Sorgen.
Noch schläft die Stadt, doch leis beginnen
die Vögel ein Wecklied im Kanon zu singen;
Und kaum das die ersten Töne vernommen,
beginnt schon das Treiben! – Der Tag hat begonnen...

Ich möchte noch gern etwas weiter träumen,
- kann ich denn wirklich was versäumen;
- in diesen engen, stickigen Räumen;
- statt mit Dir unter Bäumen auf der Wiese zu liegen,
- in den Himmel zu schauen und loszufliegen?!

Im Gras versunken, die Geborgenheit spür´n,
wenn Sonne und Wind unsre Körper berühr´n.
Fallen lassen! – Nichts um uns herum -
nur du und ich! -
und  friedliches Summen.

Kein Alltagsstress bei diesem Wetter,
endlose Ruhe im Schatten der Blätter.
Schwerelos –wie auf Händen getragen!
Gänsehaut und Kribbeln im Magen!!!
Zu schön die Zeit, ein jeder Moment,
Gefühle erleben, doch die Zeit ? - Sie rennt...

Denn auch schon einen Augenblick weiter
ertönt´s aus dem Radio: „... teils wolkig, teils heiter.“
Den Kaffee getrunken, die Sachen genommen,
hab den Morgen mit Dir so herrlich begonnen.
Ich fühle mich gut! – Jetzt kann der Tag kommen...


(Sommer '97)